
Fast täglich kann man in den Medien neue Vorkommnisse verfolgen: Menschen geraten in Not und die anwesenden oder vorbeikommenden Personen leisten keine Hilfe. Wo liegen die Hintergrunde von diesem Verhalten und wie kann ich dazu beitragen, mehr Menschen dazu zu bewegen, anderen in einer Not- oder Bedrohungssituation zu helfen? Mit diesen Hauptfragen beschäftigte ich mich in meiner Arbeit.
Durch die Recherche wurde deutlich: Zivilcourage ist erlernbar. Allerdings wirkt eine Vielzahl an beeinflussenden Faktoren in einer Notsituation auf uns ein und sorgt damit für eine hohe Komplexität. Die Hilfsbereitschaft ist jedoch besonders abgeschwächt, wenn mehrere potentielle Helfer vor Ort sind. Die Verantwortung verteilt sich auf alle anwesenden Personen. Der sogenannte „Bystandereffekt“ scheint wenig bekannt zu sein und führt dazu, dass keine oder nur selten Hilfe geleistet wird.
Mein Ziel war es, junge Menschen der Generation Y
zu aktivieren und ihnen die eigene Verantwortung in Notsituationen, besonders im Beisein mehrerer potentieller Helfer, bewusst zu machen. Dazu ist es nötig die Passivität aufzuheben und die Wahrnehmung zu verändern, damit im richtigen Moment die Verantwortung auf sich genommen und folglich Hilfe geleistet werden kann.
DU BIST.
CHALLENGE
Masterarbeit
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Das Ergebnis der Arbeit ist eine optisch laute Kampagne der Sportmarke „Nike“. Dabei sorgt zunächst eine Online-Mitmach-Challenge dafür, dass das Spiel „Fangen“ und der Ausruf „Du bist.“ in einen neuen Kontext gesetzt wird. Die Kampagne mündet in einem zweiten Schritt schließlich in einer Aufklärungskampagne zum Thema Zivilcourage und Hilfsbereitschaft. Dabei wird exakt auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Zielgruppe eingegangen, unbewusst durch Wiederholung ein aktives Handeln trainiert und ein Ohrwurm in den Köpfen festgesetzt. Der Ausruf „Du bist.“ wird zunächst spielerisch als Teil der Kampagne verwendet und in den Köpfen verankert. In der zweiten Phase löst sich der Ausruf zu „Du bist ... (dran, verantwortlich, Hilfe, Zivilcourage, ...)“ auf und gibt dem Ausruf eine neue Bedeutung.
WEBSITE-INTRO, PHASE 1
WEBSITE-INTRO, PHASE 2



THESIS


AUFKLEBER

POSTKARTEN IM LENTIKULARDRUCK
WARUM DAS SPIEL "FANGEN"?
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Als eines der ältesten Spiele weltweit ist „Fangen“ noch heute absolut zeitlos und hat viele Parallelen zum Thema Zivilcourage in Not- und Bedrohungssituationen. Zunächst einmal werden in der Grundvariante weder Vorbereitungszeit noch extra Materialien benötigt, um das Spiel zu spielen. Auch um in Notlagen zu helfen, ist es weder nötig, sich vorzubereiten noch einen bestimmten Gegenstand bei sich zu tragen. Ein besonderer Ort oder eine bestimmte Tageszeit ist für beide Tätigkeiten ebenfalls nicht relevant. Eine weitere große Parallele ist die Anzahl der handelnden Personen. Bei beiden Handlungen müssen mindestens zwei Personen beteiligt sein (Fänger & Gejagter, Opfer & Helfer). Außerdem sind in beiden Fällen Regeln und eine Rollenzugehörigkeit von großer Bedeutung.
Das Fangenspielen arbeitet mit der Lust an der Wiederholung und dem Bedürfnis, sich auszutoben. Es fördert das strategische Denken, die Fähigkeit schnelle Entscheidungen zu treffen, kooperatives Handeln und die Eigenschaft sich im Voraus in Situationen hineinzuversetzen. Diese Eigenschaften sind auf das Hilfeverhalten bezogen enorm wichtig. Außerdem schärft das Spiel die Aufmerksamkeit und prägt das soziale Lernen und den Gemeinschaftssinn. Des Weiteren spielt es mit dem Aufnehmen und Abgeben einer Rolle bzw. Tätigkeit. Es bietet zudem den Vorteil, durch das Abklatschen, also dem Anfassen einer anderen Person, Angst vor Nähe abzubauen. Nicht zuletzt funktioniert das Spiel mit schnellen Wiederholungen, wodurch häufig der Ausruf „Du bist!“ zu hören ist und ein „Ohrwurm-Effekt“ erzeugt werden kann.
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Mein Projekt wurde auf "designmadeingermany.de"
veröffentlicht. Schau doch mal vorbei.